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Der Musikverein Kalwang 1917 Es kann wohl angenommen werden, dass auch in Kalwang Musik und Gesang schon seit langem gepflegt wurde. Zum ersten Male erwähnt die Kalwanger Pfarrchronik im Jahre 1866 eine Kalwanger Musikkapelle, welche am Sebastianiberg anläßlich der Feier des 100. Jahrestages der wunderbaren Verschonung von einer sonst überall wütenden argen Viehseuche (1766) mitwirkte. Als Leiter dieser Musikkapelle gibt die Pfarrchronik Matthias Gorimorth an. Gorimorth war in Kalwang von 1848 bis 1888 als Schulmeister (Oberlehrer) und Organist tätig gewesen. Er erteilte den Schulkindern täglich bis zu zwei Stunden unentgeltliche Unterricht in der Kirchenmusik und hat sicherlich auch seine Musiker selbst ausgebildet. Im Jahre 1869 erwähnt die Pfarrchronik nochmals die Mitwirkung der Kalwanger Ortsmusikkapelle anläßlich einer bischöflichen Visitation in Kalwang. Es ist wohl anzunehmen, dass Gorimorth bis zu seinem Tode im Jahre 1893 sich um die Blasmusik in Kalwang angenommen hat, wenn auch von einer vereinsmäßigen Musikkapelle in dieser Zeit nichts berichtet wird. Während des ersten Weltkrieges, im Herbst 1915, gab die Regimentsmusik des 41. Infanterieregimentes in Kalwang ein viel beachtetes Konzert. Teile dieses Regimentes waren damals in Kalwang untergebracht. Dies mag wohl auch die Anregung dazu gegeben haben, dass schon 1916 der in Kalwang bei der Herrschaft Gutmann tätige Mauermeister Michael Lamminger aus hier stationierten Militärmusikern und einige Einheimische eine Musikkapelle zusammenstellte. Lamminger war selbst ein ausgezeichneter Klarinettist, der bei der österreichischen Militärmusik des 47. Inf. Regimentes in Marburg gedient und dort seine gediegene musikalische Ausbildung erhalten hatte. Er instrumentierte nicht nur selbst die zu spielenden Musikstücke, sondern baute auch eigene Streichinstrumente wie Violinen, Kontrabässe usw. Nachdem zu Pfingsten 1917 im Pircher-Saal wieder ein Konzert im Militärmusikern stattgefunden hatte, gründete Michael Lamminger im Sommer 1917 eine eingene Kalwanger Blasmusikkapelle, welche heute noch besteht. Am 13. Jänner 1918 gab Lamminger mit seiner neu gegründeten Kapelle im Pircher-Saal das erste Konzert. Es wurde ein voller Erfolg. Lamminger bildete selbst junge Musiker heran und gründete auch im Nachbarort Wald eine Blasmusikkapelle. Er starb im Jahre 1946 im Alter von 79 Jahren. Als erstes Probelokal diente ein Zimmer im Scheuchenstuhlgebäude zu Kalwang. Bis 1938 war die Musikkapelle Kalwang kein richtiger Verein im Sinne des Vereinsgesetzes. Am 23. Februar 1938 kam es aber zur gründenden Generalversammlung des Musikvereines. Dabei wurde Emanuel Richter zum Obmann und Emanuel Wernhart zum Kapellmeister gewählt. Ab 26.3.1939 übernahm Sebastian Madreiter das Amt eines Kapellmeisters. Während der Zeit des zweiten Weltkrieges blieb der Musikverein so recht und schlecht noch spielfähig; Alois Scheiblhofer wirkte kurze Zeit als Kapellmeister. Im Jahre 1945 jedoch ruhte für einige Zeit jede Probentätigkeit. Doch schon bald war die Blasmusik wieder einsatzbereit und alle Schwierigkeiten waren überwunden. Nach dem zweiten Weltkriege bekleidete Sägeverwalter Leopold Köhler das Amt eines Obmannes und Emanuel Wernhart wikte als Kapellmeister. Im Gasthause Vasold konnten die Musikproben abgehalten werden. Nachdem Friedrich Kaufmann seit dem Jahre 1949 für kurze Zeit Obmann des Musikvereines gewesen war, wurde am 17.9.1950 Franz Glück, vlg. Schwagerbauer, zum Obmann gewählt. Er versah dieses Amt bis zu seinem Tode im Jahre 1979. Am 09. und 10. Juni 1951 fand ein großes Musikerfest im Scheuchenstuhl-Garten statt. Das Vereinsheim des MGV Kalwang diente seit 1952 auch dem Musikverein als Probelokal. Im September 1953 konnte dann der Musikverein ein eigenes Probezimmer im Gasthause Engelbert Fichtl beziehen. Seit April 1953 betreut nun Karl Podratzky die Ortsmusik als Kapellmeister. Er konnte neben vielen anderen musikalischen Veranstaltungen im Jahre 1961 ein großes Bezirksmusikertreffen in Kalwang durchführen. Seit 1958 rückt die Kalwanger Ortsmusik in feschem Steireranzug und Hut mit Gamsbart aus. Sie spielt mit ihren 31 aktiven Mitgliedern bei allen kirchlichen und weltlichen Feierlichkeiten und erfreut die Bevölkerung in vielen Konzerten durch musikalische Darbietungen.
Chronik